Aus der KirchenZeitung: Reflektierter Austausch

Das Regionalteam für Aachen-Land hatte zur Zwischenbilanz des „Heute bei dir“-Prozesses eingeladen

Gesprächsabend Region Aachen- Land am 06. Mai 2019 in Dürwiß (c) JS
Datum:
Do. 3. Dez. 2020

Vieles war in den vergangenen Wochen nicht möglich wie ursprünglich geplant, so dass nach außen ein Eindruck von Stillstand entstehen konnte. So erging es auch „Heute bei dir“. Dass es hier sehr wohl trotz Pandemie weitergegangen ist, wollte das Regionalteam Aachen-Land vorstellen und hatte zum Austausch eingeladen.

„Kommt überhaupt jemand?“ – so recht sicher waren sich Erdmute Söndgen, Norbert Franzen und Hannokarl Weishaupt im Vorfeld da nicht. Doch da es eine offene Einladung gewesen sei, erklärt Norbert Franzen, wäre absagen schwierig geworden. So wartete das Regionalteam ab, wer sich auf seine Einladung hin in die Kirche St. Bonifatius nach Eschweiler-Dürwiß aufmachen würde – und wurde positiv überrascht. „Es waren 13 Leute da, aus fast allen Orten der Region. Gut, dass wir das durchgezogen haben“, erklärt Norbert Franzen.

Auch das Interesse sei groß gewesen, zu hören, was sich in den vergangenen Monaten getan und weiterentwickelt habe. Im Mittelpunkt standen dabei die acht Basis-Arbeitsgruppen („Gottesdienst, Gebet und Katechese“, „Orte von Kirche“, „Weiterentwicklung pastorale Räume“, „Willkommens- und Kommunikationskultur“, „Geschlechtersensible Haltung“, „Diakonische Verantwortung“, „Leben und Glauben von Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ und „Charismen-Orientierung im Ehrenamt“), die im September gestartet waren. Jede von ihnen besteht aus acht bis zehn Personen, hauptamtlichen Mitarbeitern, ehrenamtlich engagierten Menschen und einem Vertreter der diözesanen Räte.

Nach einem kurzen Überblick über alle acht AGs berichteten Regionalvikar Hannokarl Weishaupt und Willi Wintgens, für die Region Aachen-Land im Kirchensteuerrat, die beide in einer der Basis-AGs mitwirken, von deren Arbeit. Die passiere, wo es unter Corona-Schutz- und Hygienemaßnahmen möglich sei, im direkten Miteinander. In den Kleingruppen stimmten sie sich per Video-Konferenzen ab. Was einerseits der Pandemie geschuldet ist, aber auch Fahrten quer durchs Bistum verringern und den investierten Zeitaufwand für die Teilnehmer überschaubar gestalten soll.

Handlungsempfehlungen
Als Ergebnis, erläuterten beide, seien alle Arbeitsgruppen aufgefordert, drei Empfehlungen zu verfassen, a) für eine Situation, so wie sie jetzt ist, b) mit 30 weniger und c) mit 30 Prozent mehr Ressourcen. Die Variante mit mehr Ressourcen sei – durch eine Umschichtung von Personal und Geld – dabei gar nicht so unrealistisch.

Im Anschluss konnten Fragen gestellt werden. Die seien durchaus kritisch gewesen, wie Norbert Franzen erläutert. Aber insgesamt sei es ein sehr reflektierter Austausch gewesen. Es sei für die Anwesenden klar gewesen, dass der synodale Weg der deutschen Bistümer und der Veränderungsprozess im Bistum Aachen kompatibel miteinander sein müssten und bestimmte Entscheidungen auf anderer Ebene stattfänden. Ebenso seien sich alle bewusst gewesen, dass die Arbeitsgruppen Vorschläge erarbeiten und Empfehlungen abgeben, die Entscheidung jedoch am Ende bei Bischof Dieser liege. „Spannend wird am Ende sein, wieweit er sich darauf einlässt“, erklärt Norbert Franzen.

Das Regionalteam will den Prozess auch weiter aktiv in die Region spiegeln. Geplant ist für 2021 ein solches Austauschtreffen pro Halbjahr.