Eschi feiert Erntedank…

Erntedank (c) Petra Hegewald / Pixelio.de
Datum:
Do 24. Sep 2020

Eschi hat großen Hunger. In der Schule hatte er heute Sport und sie sind viele Meter auf dem Sportplatz gelaufen.
Jetzt ist er auf dem Weg nach Hause, zusammen mit seinem Freund Eli. Sie kommen an einem Supermarkt vorbei, an einer Bäckerei, und, nein – dass nicht auch noch – an einer Pommesbude.

Eschi Erntedank (c) Eschi

Eschi läuft das Wasser im Mund zusammen und sein Magen knurrt laut und vernehmlich.
Eli schüttelt sich vor Lachen.
„Du hörst dich an wie ein Wolf“, sagt er, „ich will aber nicht von dir gefressen werden!“

Eschi lacht mit: „Ich möchte das auch gar nicht versuchen! Du schmeckst bestimmt nicht so gut wie der Möhren – Apfel – Salat, den Mama immer macht.“

Plakat (c) Eschi

Jetzt müssen sich die beiden trennen, denn jeder will nach Hause und endlich zu Mittag essen.
Auf seinem Weg kommt Eschi an einem Plakat vorbei:

Eschi denkt: Das ist ja toll, darauf freue ich mich!

Es gibt nicht nur leckeres Essen, wir dürfen ja auch immer im Stroh spielen und voriges Jahr hat Bauer Emmerich sogar eine Traktorfahrt mit den Kindern gemacht.
Alle Kinder saßen auf Strohballen auf dem riesigen Ernte–Anhänger.
Eschi ist gespannt, was Bauer Emmerich sich in diesem Jahr ausgedacht hat.
Und wieder knurrt sein Magen.

Starke Kinder gross (c) Sternsinger

Eschi geht jetzt einen Schritt schneller und schon ist er an der Kirche. Neugierig schaut er sich den Schaukasten an; auch hier hängt ein Plakat zu Erntedank, aber das sieht ganz anders aus:

Jetzt ist Eschi völlig verwirrt: Zwei Plakate zu Erntedank und sie sind völlig unterschiedlich… - oder vielleicht doch nicht?

Eschi erinnert sich an die Jesus – Geschichte. Da gab es fünf Brote und zwei Fische für 5000 Menschen und es hat gereicht, obwohl man das fast nicht glauben kann. Aber Frau Fromme hat erklärt, dass die Menschen in ihren Taschen nachgeschaut haben und dass sie alles, was sie zum Essen darin hatten, miteinander geteilt haben.

Jetzt hat er eine Idee. Schnell läuft er nach Hause. Seine Mama erwartet ihn schon an der Tür und will gerade sagen: „Eschi, heute habe ich etwas ganz Leckeres gekocht!“, aber Eschi ruft nur: „Hab keine Zeit, ich fahre zu Bauer Emmerich!“

Er schnappt sich sein Fahrrad und schon ist er unterwegs. Am Bauernhof angekommen, stellt er schnell sein Fahrrad an die Scheunenwand und klopft an die Haustür.

Bauer Emmerich macht ihm die Tür auf und Eschi sprudelt los: „Bauer Emmerich, ich habe eine Idee. Du feierst doch am Sonntag wieder das Erntedankfest. Ich habe dein Plakat gesehen.

Im Schaukasten hängt auch ein Plakat mit einem Bild von hungrigen Kindern aus dem Kongo und darüber steht: „Jesus sagt, gebt ihnen zu essen. Können wir das nicht tun?“

Bauer Emmerich versteht nicht, was Eschi meint. Aber Eschi hat sich das ganz genau überlegt:

„Du packst doch für die Kinder aus dem Dorf immer eine Tüte mit Äpfeln, die du ihnen dann zu Erntedank schenkst, weil du mit ihnen teilen willst.

Dieses Jahr machen wir das anders. Du verschenkst die Tüten nicht, sondern du verkaufst sie für 3€.

Mama hat gesagt, du packst immer zweihundert Tüten. Das sind dann 600€. Die spenden wir an das Kindermissionswerk und die schicken das Geld dann in den Kongo, damit die Kinder dort zu essen bekommen.“

Eschi sieht Bauer Emmrich erwartungsvoll an. Der schaut nachdenklich in den Himmel.

Dann sagt er: „Ja, Eschi, du hast recht. So machen wir es. Wir nehmen ernst, dass Jesus gesagt hat: Gebt ihnen zu essen.

Und weißt du was… du bist ein ganz toller Junge.“

Eschi wird ganz rot, dass hat noch nie ein Fremder zu ihm gesagt.

Er sagt zu Bauer Emmerich: „Ich frage meine Freunde, und wir kommen morgen Nachmittag und helfen dir, die Tüten für die Kinder zu packen.“

Und genauso wurde es gemacht.

Und wisst ihr was: Nach dem Erntedankfest waren alle Tüten verkauft. Dann hat der Pastor, der auch gekommen war, das Geld gezählt und heraus kamen 1000€, denn alle hatten für die Tüten mehr bezahlt als 3€.

Eschi sagte abends zu Eli: „Das war das schönste Erntedankfest überhaupt.“